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Aus jüngster Zeit:

                                                              Buongiorno, cari amici dell‘ arte,
                                                             (Guten Morgen liebe Kunstfreunde,)
                                                       … si parte per l’Italia da Donaueschingen!
                                                           (… auf nach Italien in Donaueschingen!)

Dieser Ruf hallte schon morgens durch den Bus, der zwanzig Kunstfreunde und -freundinnen am 31.10.2026 durch den Besuch des MuseumART.PLUS der zeitgenössischen Kunst Italiens näher bringen sollte. Ausstellende Künstler:innen wie z.B. Rizzi Cannella, Giuseppe Gallo, Nunzio oder Gabriella Oberkofler sagten mir – ehrlich gesagt – zunächst wenig, dafür ließen aber alle Werke, welche Design, Sehnsuchtklischees und Kunst in überraschender Weise verbinden, ein inneres Italienbild aufleben. Ein roter Porsche, neben dem ein schwarzer Pirelli-Marmorreifen liegt! Nach der Überraschung folgt das Sinnieren: Was sagt das über unsere Vorstellung von Wertigkeit aus?

Auch Fabio Viale nutzt den Effekt des Persepktivenwechsels: Ein zarter Papierflieger, wie wir ihn alle schon einmal gebaut haben, klebt in monsterhafter Mammutgröße, diesmal aus weißem Marmor, am Boden und wird diesen der Schwerkraft zufolge auch nie verlassen.

Schwebende Kronleuchter auf schwarzen Flächen lassen Pizzi Cannella einen Erinnerungsraum tief in unserem Innersten kreieren, der uns sehen lässt, was nicht (mehr) zu sehen ist: Vielleicht eine kerzengeschmückte, festliche Tafel oder rauschende Ballnächte mit Walzermusik. Eine Spur von Kronleuchter-Schatten im schwarz-bewegten Flächenauftrag lässt alles unsichtbar bleiben, aber vieles erahnen.

Dementsprechend positiv fielen die Kommentare der Gruppe aus: „Überraschend!“, „Mal etwas ganz anderes!“, „Spannend und lebendig vorgetragen!“.

 

Das MuseumART.PLUS öffnet freitags bis sonntags und an Feiertagen KOSTENFREI von 11:00 – 17:00 Uhr. Es ist durch Rampen und einen Aufzug barrierefrei und damit auch altersgerecht zugänglich. Sehr empfehlenswert!


Als am 31.10.2026 die Kunstfreunde und -freundinnen dem Ruf ins MuseumART.Plus in Donaueschingen folgten, durften nachmittags die Highlights der Stadt natürlich nicht fehlen. Unsere Führerin konnte uns hier beim Besuch der böhmisch-barocken Stadtkirche St. Johann mit ihren Zwiebeltürmchen sowie der Donauquelle begeistern.

„Nichts, aber auch gar nichts ist ohne einen tieferen Sinn gebaut und umgesetzt worden! Forschen Sie immer bis auf den Grund der Dinge!“. Und so wurden wir zu Forscherinnen und Forschern, die erfuhren, warum aus dem christlichen Pelikansymbol ein Schwan mit drei Jungen wurde, der sich die Brust öffnet, damit Blut fließen kann. Oder warum die Apostel alle einen Bart tragen, der Weisheit und Vertrauenswürdigkeit signalisiert, je grauer/weißer – um so besser. Nur der Apostel Johannes trägt keinen, weil er 30/33 n. Chr., dem historischen Todesjahr von Jesus Christus, als junger Mann wahrscheinlich erst einen Bartflaum besaß.

Direkt an die Stadtkirche grenzt die Donauquelle, deren kreisrunde Quelleinfassung 1875 im Auftrag des Fürsten Karl Egon III. zu Fürstenberg errichtet wurde. Aber auch hier gibt es Überraschendes zu erforschen: Der längste Quellfluss entspringt nämlich bei Furtwangen, die Breg. Sie ist mit rund 46 km deutlich länger als die Brigach bei Donaueschingen. So gab es lange Zeit einen Quellstreit, der heute beigelegt ist und so heißt es: „Brigach UND Breg bringen die Donau zuweg!“ Beide Kommunen dürfen sich heute offiziell als Donauquellstadt bezeichnen. Was für eine Vorstellung, dass dieses klare Quellwasser dann ungefähr 3.000 km weiter ins Schwarze Meer mündet. Die Donau hält einen weltweiten Rekord, da sie durch insgesamt 10 europäische Staaten (früher lernte man in der Schule noch 8!) durchfließt oder deren Landesgrenze bildet. Übrigens kann auch die Donauquelle per Aufzug barrierefrei erreicht werden.

Wer nun wissen möchte, was den Pelikan mit dem Schwan verbindet, welche zwei Staaten als Donauanreiner dazugekommen sind und wie das weitere spannende und erbauliche Programm der Kunstfreunde Waldenbuch/Steinenbronn aussieht, der kann sich auf unserer Homepage umschauen oder direkt beschließen, Mitglied bei den Kunstfreunden zu werden, um sowohl von Kunstfahrten, Ausstellungsbesuchen oder Vorträgen zu profitieren.

Kontakt: natascha.maj@web.de
http://www.kunstfreunde-waldenbuch.de

 

Text: Marion Reich

 

Fotos: Brigitte Kehl

ALEX KATZ, Kunsthalle Tübingen

 

Eine ungewöhnliche Ausstellung, die 20 Kunstinteressierte am 4. September besuchen durften. Es waren vorwiegend jüngere Werke des 99jährigen, immer noch aktiven  Ameri-kaners zu sehen. Auffallend zunächst die riesigen Formate, die in krassem Gegensatz zum reduzierten Inhalt des Gezeigten stehen: Schwarze Leinwand mit wenigen ungeordneten weißen Strichen, Titel: Ocean. Und das in dreifacher Ausführung. Eine gelbe Fläche, mehr als 6 Meter in der Länge, durch grobe grüne Halme als Wiese erkennbar, mit undefinierbaren braunen Flecken. Maulwurfhügel? Kuhfladen? Ein Baum, lediglich aus dem Stamm und Ästen bestehend, mehrere davon als Wald gruppiert. (Hier immerhin noch mit deutlichen Schatten der Stämme und nach hinten heller werdendem Gehölz, wodurch Tiefe erzeugt wird.) Riesige stilisierte Seerosen, die nach Aussage der uns führenden Kunsthistorikerin Monet nachempfunden waren. Dann noch einige stilisierte Portraits und Figuren, Modeentwürfen ähnelnd.

Wie gesagt: riesige Formate (siehe Foto). Wären die Exponate um 999 Promille kleiner, man könnte/müsste sie dem „Frühstwerk“ des A.K. zuordnen. Die Kunst liegt im Auge des Betrachters, beschwichtigt man gerne. Gesagt werden sollte aber auch, dass kontrovers diskutiert wurde und durchaus auch Pro-Katz-Stimmen zu hören waren.

Also urteilen Sie selbst. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. 9. geöffnet. Allein schon der Blick bei der Rückfahrt, vom Ortsteil Wanne kommend, auf Bebenhausen hinunter lohnt den Ausflug.

 

J.Schn.

Fotos: Brigitte Kehl

                             *  LANGEWEILE IN DEN SOMMERFERIEN *

       So lautete der Titel des Ferienprogrammes in den Steinenbronner Nachrichten !

 

Die Kunstfreunde Waldenbuch&Steinenbronn beteiligten sich wieder mit einem Malkurs zum Thema: Vögel im Wald und auf der Flur. In diesem Jahr durften wir zum Malen in den Werkraum der Klingenbach Schule, eine besonders heimelige Atmosphäre.

Es wurde sehr fleißig mit bunten Wasserfarben oder Kreiden und Bleistift gezeichnet. Bald tummelten sich Meisen, Buntspecht, Störche, Eulen, ein roter Papagei, ein großer Greifvogel, hoffentlich habe ich kein Tier vergessen, ach ja, Lena malte einen Fisch mit Donner, auf den Papieren.

Wie schon immer gesagt, der Fantasie waren wieder keine Grenzen gesetzt und die Künstler'innen bestimmen letztendlich das Thema selbst, egal wie die Vorlage aussieht.

 

 

Wir wünschen weiterhin schöne Sommerferien!

Helga Jacob und Brigitte Kehl

                                   Es gibt ihn doch, den jungen Künstlernachwuchs!

 

Karl Valentin sagte einmal – Zitat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

 

Davon war bei 14 interessierten Mädchen und Jungen am letzten Donnerstag im kühlen Jugendhaus Phönix nichts zu merken. Sie malten zum Thema „Vögel im Garten, im Wald und auf der Flur oder mein Lieblingsvogel“ mit großer Begeisterung herrliche Bilder. Vorlagen zum Malen gab es reichlich und die bunte Vogelwelt entstand mit Wasserfarben oder Stiften: Blaumeisen, ein farbenfroher Nymphensittich, Sperling, Papagei, Pirol, Buntspecht und mit entsprechendem Hintergrund. Es war eine Freude, ihnen bei der Malerei zuzuschauen, und wir beabsichtigen, die Werke zum Teil bei unserem Künstlerforum am 1. Advent mit auszustellen.

Das war der Beitrag der Kunstfreunde Waldenbuch&Steinenbronn im diesjährigen Sommerferienprogramm in Waldenbuch, nächste Woche, am Donnerstag 20. August 2026 malen wir in Steinenbronn.

Wir wünschen noch schöne Sommerferien.

Helga Jacob

Fotos: Achim Böll

Liebe – mal so, mal so

 

Wer will es bestreiten, dass die Liebe (Amor, nicht Caritas) in himmlische Höhen und tiefste Abgründe führen kann? Die Ausstellung im Reutlinger Spendhaus lehrte uns beide Seiten kennen, wie exemplarisch das Ausstellungsplakat und der Holschnitt von HAP Grieshaber belegen. Zahlreiche Werke von Hans Baldung Grien (16. Jahrhundert) bis Marina Ambramovic in unseren Tagen verbildlichen Freud‘ und Leid zum ewigen Thema. Der bescheidene Kunstkenner in uns wurde so nebenbei durch die unterschiedlichen Techniken der „Malerei“ geführt, vom Holzschnitt bis zur Videokunst. (Wo aber war die Ölmalerei?)

Es sind im Kern Werke aus dem Besitz des Hauses, die wir zu sehen bekamen, angereichert durch einige wenige Leihgaben. Mal wieder ein Hinweis darauf, dass in den Kellern der Museen unbezifferbare Schätze lagern, die kaum einmal das Tageslicht (oder Kunstlicht) erblicken.

Rund tausend Lebensjahre der Kunstfreunde waren bei der lehrreichen Führung am 4.8.zugegen, man wird sich seine Gedanken über das Auf und Ab im Leben gemacht haben.  

 

J.Sch.     

 

                  HAP Griehaber: Liebende                                                   Das Ausstellungsplakat              

Weitere Fotos

Fotos: Brigitte Kehl, Gertraud Corzilius

 

Selbst im Bild, Elvira Bachs Frauenbilder.

 

Es dürfte kaum einen Künstler, eine Künstlerin geben, der/die sich selbst (selbstverliebt?) so oft dargestellt hat und immer wieder darstellt wie Elvira Bach. Der Ausstellungstitel lässt es vermuten, entsprechen war auch die Führung am 3. Juli aufgebaut. Einem jungen Mann, noch in Ausbildung fernab eines musischen Fachs, gelang es, uns über 60 Minuten für die Künstlerin zu interessieren, wobei er drei dominierende „Begleiter“ der Ganzkörperdarstellungen herausstellte: die Stöckelschuhe, meist als fleischgewordene Fortsetzung der Unterschenkel, die Schlange, den Schneemann. Die Stöckelschuhe zweifellos als erotisches Moment des unbekleideten Körpers, die Schlange, die uns als gelernte Christenmenschen sofort an Eva (nahe bei Elvira!?) denken lässt, der Schneemann aber, bisweilen auch in der Mehrzahl? Unser Führer mühte sich redlich, gut möglich aber auch: „Meine Kunst lässt sich nicht erklären.“   So bekennt es Elvira Bach in der Schwäbischen Zeitung vom 14.6. des Jahres. Das Tröstliche für uns Dilettanten (im ursprünglichen Sinn): Man muss nicht alles verstehen wollen.

Eine gelungene Führung durch eine farbfrohe Ausstellung, zudem in wohltemperierten Räumen, was nicht nur den Kunstwerken sondern auch den derzeit hitzegeplagten Menschlein das Leben verlängern möge.

 

J.Sch.          

 

Museum im Kleihues-Bau, 9. Juni

 

Mut haben sie, die Kunstbeflissenen im Kornwestheim Museum:

Auf der unteren Ebene des Hauses zeigt Marion Eichmann photorealistisch gemalte technische Produkte: Waschmaschinen über viele Meter aufgereiht, eine Bahnhofsuhr, einen Porsche …. 

Oben dann ein idyllischer Rückblick auf das vereinte Baden, Württemberg und Hohenzollern. Neben einer Vielzahl interessanter Landschaftsbilder dürfen Bollenhut und Ansichtskarten nicht fehlen.

Wenn man mit Gegensätzen leben kann, dann nahm man die 90minütige Führung mit einem inneren Schmunzeln gelassen auf. Die Kunst hat viele Gesichter.

 

Nebenbei lernt man aber auch: Viele Künstler (m/w/d) suchen ihre Nische, verlassen diese bisweilen auch gerne mal, um sich altbekannten Motiven zu widmen, so wie Marion Eichmann mit ihren biederen (?) Blumenmotiven.  

 

J.Sch.

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