Berichte aus den Jahren [2026][2025] [2024] [2023] [2022] [2021] [ 2020] [2019] [2018] [2017] [2016] [2015] [2014] [2013] [2012]
Ausstellungen seit Vereinsgründung [hier]
ALEX KATZ, Kunsthalle Tübingen
Eine ungewöhnliche Ausstellung, die 20 Kunstinteressierte am 4. September besuchen durften. Es waren vorwiegend jüngere Werke des 99jährigen, immer noch aktiven Ameri-kaners zu sehen. Auffallend zunächst die riesigen Formate, die in krassem Gegensatz zum reduzierten Inhalt des Gezeigten stehen: Schwarze Leinwand mit wenigen ungeordneten weißen Strichen, Titel: Ocean. Und das in dreifacher Ausführung. Eine gelbe Fläche, mehr als 6 Meter in der Länge, durch grobe grüne Halme als Wiese erkennbar, mit undefinierbaren braunen Flecken. Maulwurfhügel? Kuhfladen? Ein Baum, lediglich aus dem Stamm und Ästen bestehend, mehrere davon als Wald gruppiert. (Hier immerhin noch mit deutlichen Schatten der Stämme und nach hinten heller werdendem Gehölz, wodurch Tiefe erzeugt wird.) Riesige stilisierte Seerosen, die nach Aussage der uns führenden Kunsthistorikerin Monet nachempfunden waren. Dann noch einige stilisierte Portraits und Figuren, Modeentwürfen ähnelnd.
Wie gesagt: riesige Formate (siehe Foto). Wären die Exponate um 999 Promille kleiner, man könnte/müsste sie dem „Frühstwerk“ des A.K. zuordnen. Die Kunst liegt im Auge des Betrachters, beschwichtigt man gerne. Gesagt werden sollte aber auch, dass kontrovers diskutiert wurde und durchaus auch Pro-Katz-Stimmen zu hören waren.
Also urteilen Sie selbst. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. 9. geöffnet. Allein schon der Blick bei der Rückfahrt, vom Ortsteil Wanne kommend, auf Bebenhausen hinunter lohnt den Ausflug.
J.Schn.
Fotos: Brigitte Kehl
* LANGEWEILE IN DEN SOMMERFERIEN *
So lautete der Titel des Ferienprogrammes in den Steinenbronner Nachrichten !
Die Kunstfreunde Waldenbuch&Steinenbronn beteiligten sich wieder mit einem Malkurs zum Thema: Vögel im Wald und auf der Flur. In diesem Jahr durften wir zum Malen in den Werkraum der Klingenbach Schule, eine besonders heimelige Atmosphäre.
Es wurde sehr fleißig mit bunten Wasserfarben oder Kreiden und Bleistift gezeichnet. Bald tummelten sich Meisen, Buntspecht, Störche, Eulen, ein roter Papagei, ein großer Greifvogel, hoffentlich habe ich kein Tier vergessen, ach ja, Lena malte einen Fisch mit Donner, auf den Papieren.
Wie schon immer gesagt, der Fantasie waren wieder keine Grenzen gesetzt und die Künstler'innen bestimmen letztendlich das Thema selbst, egal wie die Vorlage aussieht.
Wir wünschen weiterhin schöne Sommerferien!
Helga Jacob und Brigitte Kehl
Es gibt ihn doch, den jungen Künstlernachwuchs!
Karl Valentin sagte einmal – Zitat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“
Davon war bei 14 interessierten Mädchen und Jungen am letzten Donnerstag im kühlen Jugendhaus Phönix nichts zu merken. Sie malten zum Thema „Vögel im Garten, im Wald und auf der Flur oder mein Lieblingsvogel“ mit großer Begeisterung herrliche Bilder. Vorlagen zum Malen gab es reichlich und die bunte Vogelwelt entstand mit Wasserfarben oder Stiften: Blaumeisen, ein farbenfroher Nymphensittich, Sperling, Papagei, Pirol, Buntspecht und mit entsprechendem Hintergrund. Es war eine Freude, ihnen bei der Malerei zuzuschauen, und wir beabsichtigen, die Werke zum Teil bei unserem Künstlerforum am 1. Advent mit auszustellen.
Das war der Beitrag der Kunstfreunde Waldenbuch&Steinenbronn im diesjährigen Sommerferienprogramm in Waldenbuch, nächste Woche, am Donnerstag 20. August 2026 malen wir in Steinenbronn.
Wir wünschen noch schöne Sommerferien.
Helga Jacob
Fotos: Achim Böll
Liebe – mal so, mal so
Wer will es bestreiten, dass die Liebe (Amor, nicht Caritas) in himmlische Höhen und tiefste Abgründe führen kann? Die Ausstellung im Reutlinger Spendhaus lehrte uns beide Seiten kennen, wie exemplarisch das Ausstellungsplakat und der Holschnitt von HAP Grieshaber belegen. Zahlreiche Werke von Hans Baldung Grien (16. Jahrhundert) bis Marina Ambramovic in unseren Tagen verbildlichen Freud‘ und Leid zum ewigen Thema. Der bescheidene Kunstkenner in uns wurde so nebenbei durch die unterschiedlichen Techniken der „Malerei“ geführt, vom Holzschnitt bis zur Videokunst. (Wo aber war die Ölmalerei?)
Es sind im Kern Werke aus dem Besitz des Hauses, die wir zu sehen bekamen, angereichert durch einige wenige Leihgaben. Mal wieder ein Hinweis darauf, dass in den Kellern der Museen unbezifferbare Schätze lagern, die kaum einmal das Tageslicht (oder Kunstlicht) erblicken.
Rund tausend Lebensjahre der Kunstfreunde waren bei der lehrreichen Führung am 4.8.zugegen, man wird sich seine Gedanken über das Auf und Ab im Leben gemacht haben.
J.Sch.
HAP Griehaber: Liebende Das Ausstellungsplakat
Weitere Fotos
Fotos: Brigitte Kehl, Gertraud Corzilius
Es dürfte kaum einen Künstler, eine Künstlerin geben, der/die sich selbst (selbstverliebt?) so oft dargestellt hat und immer wieder darstellt wie Elvira Bach. Der Ausstellungstitel lässt es vermuten, entsprechen war auch die Führung am 3. Juli aufgebaut. Einem jungen Mann, noch in Ausbildung fernab eines musischen Fachs, gelang es, uns über 60 Minuten für die Künstlerin zu interessieren, wobei er drei dominierende „Begleiter“ der Ganzkörperdarstellungen herausstellte: die Stöckelschuhe, meist als fleischgewordene Fortsetzung der Unterschenkel, die Schlange, den Schneemann. Die Stöckelschuhe zweifellos als erotisches Moment des unbekleideten Körpers, die Schlange, die uns als gelernte Christenmenschen sofort an Eva (nahe bei Elvira!?) denken lässt, der Schneemann aber, bisweilen auch in der Mehrzahl? Unser Führer mühte sich redlich, gut möglich aber auch: „Meine Kunst lässt sich nicht erklären.“ So bekennt es Elvira Bach in der Schwäbischen Zeitung vom 14.6. des Jahres. Das Tröstliche für uns Dilettanten (im ursprünglichen Sinn): Man muss nicht alles verstehen wollen.
Eine gelungene Führung durch eine farbfrohe Ausstellung, zudem in wohltemperierten Räumen, was nicht nur den Kunstwerken sondern auch den derzeit hitzegeplagten Menschlein das Leben verlängern möge.
J.Sch.
Museum im Kleihues-Bau, 9. Juni
Mut haben sie, die Kunstbeflissenen im Kornwestheim Museum:
Auf der unteren Ebene des Hauses zeigt Marion Eichmann photorealistisch gemalte technische Produkte: Waschmaschinen über viele Meter aufgereiht, eine Bahnhofsuhr, einen Porsche ….
Oben dann ein idyllischer Rückblick auf das vereinte Baden, Württemberg und Hohenzollern. Neben einer Vielzahl interessanter Landschaftsbilder dürfen Bollenhut und Ansichtskarten nicht fehlen.
Wenn man mit Gegensätzen leben kann, dann nahm man die 90minütige Führung mit einem inneren Schmunzeln gelassen auf. Die Kunst hat viele Gesichter.
Nebenbei lernt man aber auch: Viele Künstler (m/w/d) suchen ihre Nische, verlassen diese bisweilen auch gerne mal, um sich altbekannten Motiven zu widmen, so wie Marion Eichmann mit ihren biederen (?) Blumenmotiven.
J.Sch.