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Ausstellungen seit Vereinsgründung [hier]

Aus jüngster Zeit:

 

Sommerferienprogramm Waldenbuch & Steinenbronn der Kunstfreunde !

 

Das Meer und seine Bewohner war das Thema in diesem Jahr beim Malprogramm!

Der Fantasie waren wieder keine Grenzen gesetzt und erstaunlich, begann ein Waldenbucher Mädel sofort mit einem zackigen, roten Seestern, dann kamen die Feuerquallen, der kleinere Bruder griff das Thema ebenso auf.

„Die schöne Lau“ (Blautopf schwäbische Alb) war es nicht, aber immerhin malten zwei Mädels Meerjungfrauen mal ganz anders: Die eine trug eine blaue Badekappe und zünftige Boxhandschuhe, die andere kam sehr abstrakt in Aquarelltechnik daher geschwommen. Bunte Fischschwärme waren auf verschiedenen Blättern auch zu sehen und ein Bub malte gezielt Werk für seine Oma, die an diesem Tag Geburtstag hatte.

Anouk aus Frankreich zeichnet sehr naturgetreu die Unterwasserlandschaft (AGASI), und u.a. den herrlich bunten Clownfisch, samt der bunten Korallenwelt.

Es war ein schöner Anblick, den malenden Kindern im Alter von 5 – 10 Jahren zuzuschauen.

                 

Leider kamen in Steinenbronn nur drei Kinder zum Malen in die Klingenbachschule –  aber wie sagte schon Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Priyanka gestaltete eine sehr schöne Wiedergabe der bunten Wasserwelt in Mischtechnik. Und der Haifisch, der hat......

Den Migranten-Buben Ahmet und Mohamad waren die gefährlichen Haifische sehr wichtig, zum Teil sehr naturgetreu gezeichnet. Aber dann gesellte sich auch noch der bunte Clownfisch mit verschiedenen Korallen dazu. 

Insgesamt waren alle mit den guten Ergebnissen zufrieden und begeistert von der Vielzahl der Fische überhaupt.

Die Kunstfreunde Waldenbuch&Steinenbronn wünschen allen noch schöne Sommerferien und sagen: bis zum nächsten Jahr!!!

JC

Besuch in der Kunsthalle Tübingen

Das war ein Kunsterlebnis der besonderen Art! Unter dem Motto „COME BACK, kunsthistorische Renaissancen“ konnten die Kunstfreunde am 10.8. die kreativen Arbeiten junger Künstler bestaunen. Die kompetente Kunsthistorikerin zeigte uns als Erstes Werke des Künstlers José Manuel Ballester, der mit Hilfe von „Copyshop“ aus Gemälden von Botticelli, Bosch und Goya alle Personen entfernt, das ursprüngliche Format aber beibehalten hatte. So waren überraschend andere Eindrücke der bekannten Gemälde entstanden. Überhaupt waren häufig die Möglichkeiten der modernen Medien genutzt worden, um eine Renaissance antiker Gemälde und Skulpturen zu erzielen. So auch zu sehen bei Christian Jankowski, der unter anderem das Bild „Der Tanz“ von Matisse vom Foto à la „Tableau Vivant“ in Gemälde umsetzen ließ.

Ganz anders arbeitete Ged Quinn, der mit Buntstiften Meisterwerke so stark verfremdete, dass man in der Unschärfe die ursprünglichen Gemälde nur erahnen konnte. Insgesamt waren 160 Exponate zu betrachten. Sie alle zu beschreiben würde zu weit führen. Auf jeden Fall ist die Ausstellung sehr zu empfehlen.

P.S.

Photos: Petra Sigmund

 

Besuch im Würth-Museum in Schwäbisch Hall

Am 20. Juli hatten die Kunstfreunde wieder einmal die Gelegenheit, eine ganz besondere Ausstellung im Würth-Museum zu besuchen. Dank guter Beziehungen (und erforderlicher Renovierungsarbeiten!) kann das Museum derzeit etwa 200 Leihgaben des Musée d`Art Moderne de la Ville de Paris präsentieren. Unter kompetenter Führung wurden wir durch die Epochen der Moderne, vor allem französischer Kunst geleitet. Am Ende des 19.Jahrhunderts war Paris das absolute Zentrum der Modernen Kunst und im Laufe des 1. Weltkrieges siedelten sich die (später) weltbekannten Exil-Künstler dort an. Alle Stilarten wie Fauvismus, Kubismus, Surrealismus, Konkrete Kunst bis hin zur Gegenwartskunst sind zu bewundern. Ein wahrer Kunstgenuss!

P.S.

Photos: Petra Siegmund

 

Malzeiten bei den Kunstfreunden Waldenbuch&Steinenbronn

 

Sieben Künstlerinnen des Vereins arbeiteten an zwei Tagen weiter zum Thema der Monotypie. Unter fachkundiger Anleitung von Susanne Hindemith kamen sehr schöne und auch unterschiedliche Blätter zustande.

Monotypie ist ein im 17. Jahrhundert wohl von Giovanni Castiglione (1616-1670) erfundenes Verfahren der Bildenden Kunst. Statt auf Papier oder Leinwand wird auf Glas-, Igelit-,Acryl- oder Metallplatten gezeichnet oder gemalt und, solange die Farbe noch feucht ist, mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Geschieht das mit einer Druckpresse, hat der Abzug einen Plattenrand wie ein Tiefdruck. Mehrfarbige Monotopien bekommt man durch neu oder zusätzlich mit weiteren Farben eingewalzte Glasplatten. Durch diese Verbindung beider Techniken erreicht man reizvolle Ergebnisse. Diese hatten wir dann auch. Es wurde vergnügt bei fetziger Musik sehr intensiv gearbeitet. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Eigentlich sollte ein Kalender entstehen, so die Vorgabe, deshalb das Tempo – mochte nicht jede – machte nix.

Auf alle Fälle war der Erfolg bei allen Teilnehmerinnen sehr gut und ein Gewinn an neuen Kenntnissen.

Im nächsten Jahr wird es wieder einen Kurs geben – es geht heiter so weiter!

JC

Photos: M. Bergien, B. Kehl

ZWEI AUSSTELLUNGEN IN MÜNCHEN, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

FOREVERYOUNG – 10 Jahre Museum Brandhorst und CARAVAGGIO – Alte Pinakothek

 

Seit der Eröffnung im Mai 2009 hat sich im Museum Brandhorst viel getan. Neben zahlreichen Ausstellungen wurde die Sammlung Brandhorst stetig erweitert – von 700 auf über 1200 Werke. Heute ist sie eine der wichtigen musealen Sammlungen für Gegenwartskunst in Europa, mit vielen bedeutenden Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie Andy Warhol, Cy Twombly, Bruce  Naumann, Cady  Noland oder Wolfgang Tillmans.

 

Utrecht, Caravaggio und Europa

Die dramatische Lichtführung Caravaggios (1571-1610) war für eine ganze Generation  niederländischer, spanischer und französischer Maler stilprägend; die Schau präsentiert 70 Werke der bedeuteten „Caravaggisten“.

Bei herrlichem, weiß-blauen Himmel fuhr eine Gruppe der Kunstfreunde am 1.6., mit dem bewährten Busunternehmen REBLE, zum Besuch dieser Ausstellungen!

Es blieb dann auch noch Zeit für den Biergarten und einen Bummel durch die schöne Stadt – und war dann doch zu kurz?!

 

Bis zum nächsten Mal, Gäste sind jederzeit herzlich willkommen.

JC

 

Alle Photos: Marion Bergien.

NAGEL auction – MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

 

Eine kleine Gruppe der Kunstfreunde besuchte am 8. Mai 2019 das Kunsthaus NAGEL, Stuttgart:

Zum 1., zum Zweiten und zum Dritten, dann sauste der große Metallnagel des attraktiven Auktionators auf sein Pult. Zuvor gab es viele, verschiedene Stimmabgaben, per Hand oder Telefon. Ein älterer, grauhaariger Herr war sehr traurig, hatte er doch sehr für das Kunstwerk: Uecker, Günther; Baumscheibe mit Nägeln 1984, mehrfach geboten – angefangen mit 15.000 € - es wurde für 50.000 € verkauft.

Das Bild: Auf dem Balkon von Gabriele Münter 70.000 € - verkauft für 150.000 €

Die verschiedenen Fotografien von CHRISTO fanden kein Interesse – das sind nur einige Beispiele.......

Für uns eine ganz andere Welt, zu schauen, wie namhafte Kunstwerke unter den Hammer, Pardon unter den Nagel kamen.

JC

 

                         HEIMVORTEIL IN VIELFACHER HINSICHT

                                Überblickausstellung im Schauwerk Sindelfingen

 

Ob Kunst oder Design, ist egal – nur gut muss es sein! Dem Zitat von Anton Stankowski kann man nur zustimmen und es mit dem Zusatz „Architektur“ versehen. Schließlich befinden sich seine Arbeiten in der über 3.500 Werke umfassenden Sammlung des Sammlerpaars Schaufler. Gezeigt werden die Exponate seit 2010 in regelmäßigen Sonderausstellungen in einem 6.000 Quadratmeter großen, auf einem in einer ehemaligen Produktionsstätte errichteten Museumskomplex, der durch formale Strenge und Klarheit überzeugt.

Eine Gruppe von 25 Kunstinteressierten der Kunstfreunde besuchte diese Ausstellung am letzten Samstag. Dank der guten Führung von Frau Klenk wurde auch heftig diskutiert.  Besonders lange interessierte das Werk von Bernhard Martin: „Les garçons de la maison“. Das malerische Werk Martins verbindet in klassischer, oft altmeisterlicher Technik wie in freiem Gestus unterschiedliche Motive aus der massenmedialen Bildwelt, die zu neuen surrealen oder skurrilen Kompositionen zusammengesetzt werden. Dabei greift er auf stilistische Elemente der Popkultur und Warenwelt ebenso zurück wie auf künstlerische Vorbilder, die er in Francis Bacon, Francis Picabia, Pablo Picasso oder Malern der Renaissance sieht. Martin bezeichnet sich selbst als „akribischen Chronist des Alltäglichen“ und sein Konzept der Aneignung als „Pictureshopping“, in welchem er zugleich auch gegen das Vergessen innerhalb der Unübersichtlichkeit der Bilderflut arbeitet.

Resümee der Kunstfreunde – ein Besuch im SCHAUWERK SINDELFINGEN lohnt sich immer!

JC

Photo: Brunhild Christophers

AUS DER LIEBE ZUR KUNST – DIE PICASSOAUSSTELLUNG

 

35 Kunstbegeisterte fuhren am letzten Freitag bei strahlendem Sonnenschein mit dem bewährten Busunternehmen Reble nach Basel.

„Obwohl rund um den Globus Jahr für Jahr zahlreiche Picasso-Ausstellungen stattfinden, ist dies das erste und sicher für lange Zeit letzte Mal, dass die einzigartigen Meisterwerke des jungen Picasso in Europa vereint zu sehen sind.“ - Zitat Sam Keller, Direktor Fondation Beyeler. In ihrer bis dato hochkarätigen Ausstellung widmet sich die Fondation den Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der sogenannten Blauen und Rosa Periode von 1901 bis 1906.

Erstmals in Europa überhaupt werden die Meisterwerke dieser bedeutenden Phase, viele davon Meilensteine auf Picassos Weg zum berühmtesten Künstler des 20 Jahrhunderts, in dieser Dichte und Qualität gemeinsam präsentiert.

Nach einer ausgezeichneten Führung blieb noch reichlich Zeit, das ganze Panorama der zwischen 1907 und 1972 entstandenen Bilderwelten Picassos zu bestaunen. Auch der verwunschene Park rund um das Museum lud zum Verweilen ein und die Rückfahrt, gut gewählt durch den Südschwarzwald, Himmelreich und Höllental – ein gelungener Abschluss!

ES WAR EIN SCHÖNER TAG.

JC

Bilder: Marion Bergien

Themenstammtisch mit Frau Geib

Keine Sekunde der Langeweile konnte bei dem Kunstvortrag durch Frau Geib aufkommen! Wie immer, so wurden auch dieses Mal, wo es um die Portraitmalerei ging, die ausgewählten Werke durch die Kunsthistorikerin nicht nur zur Art der Darstellung erläutert, sondern Frau Geib berichtete über Symbolik, die Geschichte der dargestellten Personen und die historischen Zusammenhänge. Das ließ die Bilder, von denen die meisten den Kunstfreunden bekannt waren, in neuem Licht erscheinen. Das Wort „Portrait“ bedeutet übrigens in etwa „Hervortreten“ und „Gesicht“ „gesehen“. Der Vortrag begann mit einem ganzfigürlichen Doppelportrait von Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“. Es ist schon erstaunlich, was Gesten und Attribute in solch einem Bild aussagen. Nur als Beispiel: Der Bräutigam reicht seine linke Hand, was bedeutet, er heiratet unter seinem Stand. Es folgten in buntem Reigen Werke von Dürer, Holbein, Rubens, Botticelli, Cranach, aber auch von „modernen“ Künstlern, wie Picasso oder Richter, und zu allen wusste Frau Geib Interessantes zu berichten.

P.S.

 

 

Kunstausflug nach Wiesbaden

Schon recht früh brachen die Kunstfreunde am Mittwoch, den 26. Februar 2019 zu ihrem Kunstausflug nach Wiesbaden auf. Ohne Hektik steuerte uns Herr Reble über die stark befahrene Autobahn zum Museum Wiesbaden. Frau Geib stimmte uns schon auf der Fahrt in das Leben und Werk des spanischen Künstlers Eduardo Chillida (1924- 2002) ein. Er zählt zu den bekanntesten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Im Museum konnte man dann erkennen, warum Chillida „Architekt der Leere“ genannt wird. Neben Zeichnungen und Radierungen von menschlichen Körpern, die auf prägnante Formelemente reduziert sind und so die Fläche aufzulösen beginnen, waren einige archaische Skulpturen zu bewundern. Das Hauptwerk und die wohl bekanntesten Werke von Chillida sind aber die Eisen-skulpturen, die zum Teil nur handgroß und filigran sind und zum Teil als Modelle für die großen Objekte dienten. Obwohl die großen bis riesigen Skulpturen tonnenschwer sind, wirken sie luftig leicht, als könnten sie sich in der Luft auflösen.

Nach einem leckeren Mittagessen im Restaurant des Museums führte uns Frau Geib noch zu den prachtvollen Gebäuden der Jahrhundertwende, die für einen Kurort so typisch sind, wie Trinkhalle, Theater, Casino und auch durch den schönen Kurpark.

Nach einem Blick vom Neroberg, dem „Hausberg“ von Wiesbaden auf die Stadt brachte uns der Bus wieder in heimatliche Gefilde zurück.

P.S.

Photos: Bergien, Hitzfeld

Protokoll der Jahreshauptversammlung

  31. Januar 2019

Beginn: 19 Uhr, Ende: ca. 21 Uhr, im Gasthof „Rössle“ in Waldenbuch

 

Es waren 32 Mitglieder anwesend. Zur Tagesordnung waren keine Anträge eingegangen.

 

1.) Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der „Kunstfreunde Waldenbuch-Steinenbronn" folgte ein Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder. Anschließend ging der Vorsitzende auf folgende Punkte ein:

Anfang 2019 hat der Verein 119 Mitglieder. Es sind 6 Neuzugänge, eine Kündigung und 3 Todesfälle zu vermelden.

Der Vereinsvorstand war bemüht, interessante Ziele für die Kunstausflüge und die Kunstreise zu wählen. Herr Dr. Schneider bedankte sich für die gute Zusammenarbeit, die zahlreich zur Verfügung gestellten Fotos und den HelferInnen bei der Bewirtung auf Vernissagen und beim Bilderaufhängen bzw. Abhängen.

Das Reiseziel für dieses Jahr wird Wien sein. Darauf wird Herr Christophers später noch eingehen.

 

2.) Die stellvertretende Vorsitzende, Frau Jacob, erinnerte nochmals an die Ausstellungen in Waldenbuch und Steinenbronn, die Kindermalkurse im Ferienprogramm und den Workshop im Sommer bei Frau Hindemith. Außerdem berichtete Frau Jacob noch über die zwei vom Verein und der Gemeinde Steinenbronn geförderten Malkurse für Schüler der Klingenbachschule, Steinenbronn in der Kunst- und Werkschule Schönaich bei Frau Fingerhut.

Danach brachte Frau Jacob eine Vorschau auf das geplante Programm für 2019.

 

3.) Die Schriftführerin brachte noch einmal an die Ausstellungsbesuche, die Kunstausflüge und die Kunstreise in das Ruhrgebiet in Erinnerung.

 

4.) Der Schatzmeister, Herr Christophers berichtete über den Etat 2018. Dann stellte er die Wienreise, soweit der Vorstand schon planen konnte, vor.

 

5.) Frau Wizemann und Herr Mayer führten die Kassenprüfung durch. Sie stellten fest, dass die Kasse ordnungsgemäß geführt wurde.

 

6.) Zu den Berichten kam die Frage, weshalb nicht Krakau als Reiseziel gewählt wurde. Dazu wurde erklärt, dass die Meinungsumfrage nicht als Abstimmung zu werten sei und das Ziel Wien vor allem aus organisatorischen Gründen gewählt wurde.

 

7.) Es folgte eine Diskussion zu der angeregten „Bilderbank“: Wer im Verein würde die damit verbundene Arbeit übernehmen? Hinweis auf Leinfelden-Echterdingen, die eine funktionierende Bilderbank haben: Dort regelt das Kulturamt die Aufgabe.

 

8.) Die Vorstandschaft wurde durch Akklamation einstimmig entlastet.

 

P.S.

 

Besuch in der Staatsgalerie in Stuttgart

Am Samstag, dem 12. Januar 19 besuchten die Kunstfreunde mit 2 Gruppen die aktuelle Ausstellung „Variation und Vollendung, die Bedeutung der Linie“ des bedeutendsten deutschen Bildhauers des Expressionismus, Wilhelm Lehmbruck.

Wenn man im Internet nach diesem Künstler sucht, findet man in zahlreichen internationalen Museen  die „gleichen“ Werke dieses Künstlers in verschiedenen Materialien. Das liegt daran, dass Lehmbruck bis auf eine Auftragsarbeit, eine überlebensgroße Statue in Marmor, als Plastiker gearbeitet hat. So sind auch in der Staatsgalerie Werke in den Materialien Steinguss (eine Art Zement), Gips und Bronzeguss zu bewundern. Neben vollständigen Statuen, wie z. B. die wunderschöne „Große Sinnende“, sind Büsten und Torsen dieser und anderer Werke zusammengestellt. Es ist verblüffend, wie verschieden dieselben Plastiken in den unterschiedlichen Materialien wirken! Selbst die Größe scheint sich zu verändern. Lehmbrucks Plastiken wurden fast alle erst „post mortem“ in Bronze gegossen und zwar fast ausschließlich als Auftragsarbeiten, was zum Teil mit dem hohen Preis eines solchen Gusses zusammenhängt. Die matten Oberflächen der Steingussfiguren oder Gipsfiguren, wie die „Große Sinnende“, die durch zarte graue Einfärbung zuerst für einen Steinguss gehalten wurde, passen viel besser zu dem expressiven Schaffen des Künstlers, und man vermutet, dass er selbst auch bewusst diese Materialien bevorzugt hat.

Die Werke Lehmbrucks zeigen zum Teil den starken Einfluss Auguste Rodins, dessen Arbeiten er 1904 auf einer internationalen Kunstausstellung in Düsseldorf kennenlernte. Die „Große Sinnende“ mit ihrem langen, gebogenen Hals, dem zu klein proportionierten Kopf, den nur durch Schatten entstehenden „leeren“ Augen erinnert an den Künstler Amadeo Modigliani.

Ein Steinguss, der international besonders bekannt und berührend ist, befindet sich weit entfernt von der übrigen Skulpturensammlung in einem Raum, wo auch die graphischen Arbeiten des Künstlers ausgestellt werden. Es handelt sich um die Plastik „Der Gestürzte“. Nach dem ersten Weltkrieg nahm Lehmbruck an einem Wettbewerb für ein Kriegerdenkmal teil. Aber statt einem heroischen Helden gestaltete er einen auf allen Vieren kriechenden nackten Jüngling mit zerbrochenem Schwert. Damit war er „aus dem Rennen“. Dieser Steinguss stellte sich leider als ein eigentlich illegaler Abguss heraus, denn er entstand wahrscheinlich erst 1953. Die recht geschäftstüchtige Witwe des so früh verstorbenen Künstlers scheute sich nicht, auch lange nach dem Tode weitere Abgüsse machen zulassen. Es wurden sogar von fertigen Plastiken noch einmal Gussformen gefertigt und nicht mit dem Gussdatum versehen. Das ist der Grund, weshalb es so zahlreiche Werke von Wilhelm Lehmbruck existieren.

Die beeindruckende, mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen zusammengestellte Ausstellung der Staatsgalerie wurde uns wie immer von zwei sehr kompetenten Kunsthistorikern nahegebracht.

P.S.

 

Photos: Marion Bergien

 

Jahresabschluss der Kunstfreunde im Museum Ritter

Traditionell trafen sich am 12.12. die Kunstfreunde als Jahresabschluss zu einem geführten Besuch im Museum Ritter. Dieses Jahr waren besonders viele Teilnehmer dabei, die in zwei ausgezeichneten Führungen durch das Museum geführt wurden.

Das Museum Ritter zeigt fast ausschließlich „Konkrete Kunst“. Das bedeutet Kunst auf mathematisch-geometrischer Grundlage. Das bedeutet im eigentlichen Sinn nicht „abstrakt“, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert und keine symbolische Bedeutung hat. Ein unmittelbares sinnliches Erleben ist beabsichtigt. Der Name der Ausstellung lautet „Squares in Motion“. Es ist Kunst, die sich beim Betrachten verändert, die auf unterschiedliche Weise durch Bewegung mit der Wahrnehmung spielt. Nach dem 2.Weltkrieg kam ein großer Umbruch in der Kunst, die Hinwendung zur Abstrakten und Konkreten/Kinetischen Kunst. Ihre erste Blütezeit erlebte die Kinetische Kunst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie verbindet die Möglichkeiten der Technik mit einer gegenstandsfreien Ästhetik. Heutzutage realisieren zahlreiche Künstler mit neuen Technologien wie Computertechnik und LEDs ihre Arbeiten.

Nach dem beeindruckenden Museumsbesuch trafen sich die Kunstfreunde zum gemeinsamen Restaurantbesuch im „Rössle“ und ließen den Abend in angenehmer Atmosphäre ausklingen.

Da die angedachte Kunstreise 2019 nach Bilbao aus logistischen Gründen nicht stattfinden kann, bat bzw. bittet der Vorstand um Vorschläge für diese Reise. Viele Teilnehmer des Abends schrieben schon ihre Wünsche auf. Darunter waren Krakau, Wien, Paris, Sizilien, Moskau, St. Petersburg, Rom, Valencia. (Siehe auch Homepage) Der Vorstand würde sich freuen, wenn noch mehr Kunstfreunde ihre Wünsche äußern würden, am besten als e-mail an Herrn Christophers.

Außerhalb des Weihnachtsmarktes kann die Ausstellung des Forums zu den Öffnungszeiten des Waldenbucher Rathauses besichtigt werden. Bei eventuellem Kaufinteresse wenden Sie sich bitte an Frau Helga Jacob.

P.S.

 

 

Bilder: Marion Bergien, Willi Wizemann

 

Vernissage des Künstlerforums

 

Am Sonntag, den 2. Dezember fand wie jedes Jahr die Vernissage des Künstlerforums statt. Wie immer entstanden die ausgestellten Werke durch Mitglieder unseres Vereins. Dieses Mal ist das Thema „Wie es uns gefällt“. Und so unterschiedlich sind auch die Arbeiten. Der Bogen reicht von surrealistischen Ölgemälden über Landschaftsbilder in Aquarelltechnik, verschiedenste Motive in Acrylmalerei bis zu abstrakten Druckgraphiken, die im Sommerkurs bei der Künstlerin Susanne Hindemith entstanden. Die Begrüßung machten Frau Odendahl, die auf ihre fast familiäre Bindung zum Verein hinwies, und Herr Dr. Schneider. Danach folgte ein Poesievortrag der Schauspielerin Anna-Lena Hitzfeld mit dem Grundgedanken:“Die Wirklichkeit muss nicht über unser Leben entscheiden, die Fiktion muss die Wirklichkeit verändern“.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Cora Walz, Gesang und Rudi Friedrich, Gitarre.

 

Im Rahmen des Weihnachtsmarktes am kommenden Samstag, den 15. Dezember, ist das Rathaus von 14- 20 Uhr geöffnet. Sie haben Gelegenheit die Ausstellung zu besuchen (und vielleicht noch ein Weihnachtsgeschenk zu finden?)

P.S.

Was uns gefällt, das machen wir.

Was Kunst ist, das bestimmt der Kunde.

Wer hat für so was ein Gespür?

Ich mag deshalb die Künstler-Runde.

 

Ich sehe Farbe, Formen, Schatten.

Ich stell mir vor, was Künstler meint.

Ich sehe, was wir schon mal hatten:

Jung und Alt im Traum vereint.

 

Widersprüche; oben, unten,

hinten, vorne obendrein.

Wenn‘s gefällt, dann hat‘s verbunden.

Es lohnt fürwahr, dabei zu sein.


(2.12.2018 Jörg Schlotterbeck)

 

Bilder: Marion Bergien, Willi Wizemann

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