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Ausstellungen seit Vereinsgründung [hier]
Besuch im Städel Museum in Frankfurt:
„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“
Am Sonntag, dem 12. April 2026 besuchten wir wieder einmal das prächtige Städel Museum auf der „Museumsmeile“. Eine großartige Ausstellung erwartete uns. Fast alle Werke entstanden direkt an der imposanten Steilküste von Étretat in der Normandie, die den Franzosen noch bekannter ist als es den deutschen die Kreidefelsen von Rügen sind. Auch hier wird man seit der Zeit, als die Maler diesen Küstenstreifen entdeckt hatten, der Touristenströme kaum Herr. Einer der berühmtesten Künstler war Claude Monet, der auch mit 26 Werken in der Ausstellung vertreten war. Immer wieder malte er die berühmten Felsentore und die Brandung des Meeres in verschiedenen Perspektiven und Lichtverhältnissen. Dabei entwickelte er sich immer weiter Richtung Impressionismus, was Farbgebung und Farbauftrag anbelangte. Aber auch zahlreiche andere bekannte Künstler wählten dieses Sujet. Dank der Erfindung der Ölfarbe in Tuben konnte man ja nun in der freien Landschaft arbeiten. Die Führung durch das gut besuchte Museum war sehr interessant und sachkundig und mit humorvollen Details bestückt. Neben Monet waren unter anderem Werke von Alexandre Jean Noël, Johann Wilhelm Schirmer, Gustave Courbet, Anselm Feuerbach, Eugène Boudin und Henri Matisse zu bewundern.
Nach dem Museumsbesuch ging es in ein typisches altbekanntes „Äppelwoi“-Lokal, bevor man sich wieder auf den Heimweg machte.
P.S.
Photo: Petra Sigmund Eugène Boudin. wäscherinnen am Strand
Stuttgarts Wagenhallen
Am 27. März besuchte eine Gruppe der Kunstfreunde das Gelände der ehemaligen „Lokomotiv-Remisen auf der Prag“. Auf einem riesigen Areal stehen die riesigen Hallen als Backsteingebäude. In den vorderen Räumlichkeiten sind „Event-Locations“mit Restauration untergebracht. In mehreren Hallen sind durch eingesetzte Holzkonstruktionen verschieden große Ateliers entstanden. Hier arbeiten Künstler auf ganz unterschiedliche Art: Maler, Bildhauer, Videoinstallationen usw. Sogar eine Tangoschule ist hier untergebracht. Eine Künstlerin des Kunstvereins „Wagenhallen“ führte uns durch das große Gelände. Die Mitglieder haben nicht zu Unrecht Zukunftssorgen, denn gleich nebenan soll das Provisorium der Staatsoper entstehen und auf der anderen Seite ein Neubaugebiet. Das weckt Begehrlichkeiten!
P.S.
Umgestaltete Fahrzeugteile Photo: Petra Sigmund
Besuch im Kunstmuseum Ravensburg
Im dichten Nebel startete am 25. Februar 2026 eine Gruppe von Kunstfreunden nach Ravensburg zu der Gabriele Münter-Ausstellung. Dort angekommen strahlte die herrliche Frühlingssonne. Der erste Teil der Ausstellung war den fotografischen Werken der Künstlerin, die vor allem auf ihrer Amerikareise entstanden waren, gewidmet. Unter dem Titel „Das reisende Auge“ war zu jedem Foto Münters eines der Fotografin Kathrin Sonntag arrangiert. So sollte ein „Dialog“ zwischen den Werken der beiden Künstlerinnen dargestellt werden.
Der zweite Teil der Ausstellung zeigte Gemälde und Holzschnitte von Gabriele Münter aus ihren Anfängen, über die expressive Phase des „Blauen Reiters“, bis hin zu Abstraktionen im Spätwerk der Künstlerin.
Über die wunderschöne Schwäbische Alb ging die Fahrt zurück.
P.S.
Photo: Petra Sigmund
Besuch im Städtischen Museum Bietigheim
„Wolken in der Kunst“ heißt die interessante und abwechslungsreiche Ausstellung, die eine Gruppe von Kunstfreunden am 10. Februar 2026 besuchte. In der gut aufgebauten Führung wurde gezeigt, wie die verschiedenen Kunstepochen das Thema Himmel und Wolken auffassten und darstellten. Noch in der Renaissance war der Himmel mit seinen Wolkengebilden göttlichen Darstellungen vorbehalten. Bis in die moderne Kunst veränderte sich dies. Von dramatischen, realistischen Wolkenbildern führte der Weg zu teils fotografischen Installationen und bemalten Objekten wie z.B. einer Himmelstreppe (Geoffrey Hendriks), auf der symbolträchtig Steine liegen.
P.S.
Photo: Petra Sigmund
AUSZUG
aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung am 30. Januar 2026
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…….
3a
Herr Dr. Schneider wies darauf hin, dass der Verein sehr viele ältere Mitglieder zählt. Der Verein braucht aus Altersgründen einen neuen Vorstand. Schon bei der letzten Jahreshauptversammlung wurde dies thematisiert. Auch wurde sowohl in den Amtsblättern als auch in Briefen an die Mitglieder gebeten, sich für ein Amt im Vorstand bereit zu erklären. Bis auf 1 Mitglied hat sich niemand gemeldet. ……
3b
Die stellvertretende Vorsitzende, Frau Jacob berichtete über die Ausflüge und Aktivitäten des vergangenen Jahres.
3c/d
Es folgte der Bericht des Schatzmeisters, Herrn Christophers. Die Kassenprüferin Frau Kohler erklärte, dass die Kasse mit Sorgfalt geführt wurde und in Ordnung ist.
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………
……….
7.
Da sich kein Kandidat als Vorstandsmitglied gemeldet hat, konnte keine Wahl erfolgen.
P.S./J.S.
Expressionismus in Baden-Baden
Nebelsuppe und Nieselregen begleiteten 22 Kunstfreundinnen und -freunde am 28. Januar nach Baden-Baden. Im Burda-Museum veranschaulichten Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Sabine Lepsius oder Dora Hitz mit insgesamt 108 Meisterwerken die Impressionistische Revolution in der Kunstgeschichte Deutschlands. Die Entdeckung von Farbe und Licht in den Werken ergänzt durch die lichtdurchflutete Architektur des Museums Frieder Burda, das durch den New Yorker Stararchitekten Richard Meier als Tageslichtmuseum konzipiert wurde, machte für uns den willkommenen Gegenpart zum grauen Baden-Badener Himmel aus. Dass diese Ausstellung dem glamourösen Ambiente der Stadt entspricht, zeigen Besucherzahlen von bis zu 1.500 Personen pro Tag.
Die Stars der Ausstellung sind sicherlich Liebermann, Corinth und Slevogt, die für uns mit Hilfe unserer temperamentvollen
und versierten Führerin Florina aus Costa Rica lebendig in Szene gesetzt wurden. Da litt man fast mit Kaiser Wilhelm I mit, der sich glatte Farbaufträge und würdige Motive wie religiöse oder
mythologische Darstellungen oder zumindest Portraits ‚Seiner Majestät‘ wünschte, und stattdessen Alltags- oder Landschaftsdarstellungen, Figurenbilder und arrangierte Stillleben hinnehmen musste. Max
Liebermann (1847-1935) war seit dem Ersten Salon der Impressionisten in Paris 1874 ein begeisterter Vertreter und Vorreiter dieser revolutionär neuen Strömung. Und die Zeitgeschichte mit ihren
Erfindungen und der Industrialisierung unterstützte ihn dabei: 1832 wurde die erste Farbtube entwickelt und ersetzte die Schweineblasen, die bis dato beim Malen eingesetzt wurden, wobei die Farben
mühsam selbst angerührt werden mussten und viel zu schnell trockneten. Am Ende des Jahrhunderts stellte die Chemische Industrie synthetische, beständige Farben wie Kobaltblau oder Kadmiumgelb zur
Verfügung, die es den Künstlern nun erlaubte, im Freien zu malen. Farben, mit einer dynamischen Pinselführung, ohne Rücksicht auf darzustellende Details, auf die Leinwand gespritzt oder mit Spachteln
aufgetragen, buhlten um die bestmögliche Wirkung des Lichtes.
Eine durchgängige
Straßenbeleuchtung in großen Städten im 19. Jahrhundert führte zudem zu Darstellungen nächtlicher Straßenszenen des mondänen Berlins wie jenen von Lesser Uri (1861-1931), die aus einer Privatsammlung
ihren Weg in die Ausstellung gefunden haben und von uns somit als relativ unbekannte ‚Licht-Schätze der Nacht‘ bestaunt werden konnten.
Max Liebermann war Jude und wurde später unter den Nationalsozialisten als entarteter Künstler verfemt, seine Werke aus Museen entfernt. Das konnte aber seiner grundsätzlichen Strahlkraft, die bis
heute besteht, nichts anhaben.
Wer beim Lesen Lust bekommen hat, das Burda Museum selbst einmal zu erkunden, der kann ab dem 28.02. – 02.08.2026 Werke des 20. Jahrhunderts bewundern, „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“.
Marion Reich
Fotos: @Brigitte Kehl