„Herzstücke“ in der Kunsthalle Tübingen

Am 25. April 2022 besuchten die Kunstfreunde Waldenbuch-Steinenbronn die oben genannte Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Henri Nannen. Unter kompetenter Führung wurden expressionistische Meisterwerke bekannter Vertreter der „Brücke“ und des „Blauen Reiters“ gezeigt, aber überwiegend interessante Bilder und Skulpturen von nicht so geläufigen Künstlern bis in die 90er Jahre, eben „Herzstücke“.

P.S.

Alle Photos: Marion Bergien

 

Vernissage „ The Waiting“ am 27. März im Rathaus Steinenbronn

 

Nachdem die Ausstellung des Künstlerehepaares Olga Dugina und Andrej Dugin aus Pandemiegründen mehrmals verschoben werden musste, konnte sie am Sonntag endlich bei starkem Besucherandrang eröffnet werden. Der Titel „The Waiting“ ist deshalb sehr passend.

Die musikalische Umrahmung bildete Sequenzen aus Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, die Anselm Krisch am Klavier interpretierte. Nach einführenden Worten des Vereinsvorsitzenden Dr. Schneider und der Begrüßung durch Bürgermeister Habakuk, der sich erfreut über die Kunst fördernden Ambitionen des Vereins äußerte und weitere Aktivitäten unterstützen möchte, stellte sich Andrej Dugin vor. Er wies darauf hin, dass  seine Werke im Gegensatz zu den farbenfrohen Graphiken seiner Frau Olga Dugina eher in matten, verhaltenen Farben gemalt sind. Dies entspricht in vielerlei Hinsicht der weltweiten Lage. Interpretationen seiner Werke möchte er nicht geben. Jeder Betrachter soll Gelegenheit zu eigener Sichtweise haben. Die großformatigen, realistisch gemalten Acrylbilder, die zum Teil surrealistisch anmuten, sind beeindruckend und so ganz anders als die kleinformatigen, bunten Graphiken seiner Frau Olga Dugina. Ihre Bilder haben einen ganz besonderen, märchenhaft orientalischen Reiz. Wenn man allerdings die zauberhaft illustrierten „Bilderbücher“ betrachtet, so entdeckt man viel Übereinstimmung in der Darstellungsweise. Diese sehr sehenswerte Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Steinenbronner Rathauses bis 6. Mai 2022 besucht werden.

P.S.

Photos: Rudolf Corzilius         (u.a. das Küstlerehepaar (2x), Herr BM Habakuk

Kunstreise nach Leipzig und Halle

 

Am 11. März 22 fuhr eine Gruppe unseres Vereins bei herrlichem Sonnenschein mit dem Busunternehmen Reble Richtung Nordosten. Unser Mittagsstopp war im schönen Erfurt, wo wir die malerischen Renaissancegebäude rund um den riesigen Marktplatz und die Domkirche St. Marien bewunderten. Hier begann das Klosterleben von Martin Luther.

In dem bequemen Hotel direkt gegenüber des Gewandhauses und der Oper ließen wir den Tag ausklingen.

Am nächsten Morgen nahm uns unser Stadtführer in Empfang. Nach einer Stadtrundfahrt mit dem Bus folgte ein Stadtrundgang. Das war ein wahrer Genuss, da der Führer uns nicht nur sehr kompetent, sondern auch humorvoll, seine Stadt präsentierte. Die Stadt wurde zwar im 2. Weltkrieg zu 60% zerstört, die wunderbare Altstadt blieb aber zum großen Teil erhalten.

Die Messestadt Leipzig wurde an der Achse zweier mittelalterlicher Handelsrouten gegründet, die alle bedeutenden europäischen Städte miteinander verbanden. Diese Achsen setzten sich später in ihren überall in der Altstadt befindlichen Passagen fort, die ehemals dazu dienten, die Messewaren auf direktem Wege zu ihren Interessenten zu befördern. Die Namen vieler bekannter Firmen findet man noch aller Ortens. Die Bekannteste ist wohl die Mädlerpassage, in der sich auch „Auerbachs Keller“ befindet. Große Verlage wie Reclam oder Brockhaus hatten ihren Sitz im „Graphischen Viertel“. Der Reichtum der Stadt spiegelt sich in ihren prachtvollen Villen und auch in dem schlossartigen „Neuen Rathaus“. Von besonderer Bedeutung ist die Nikolaikirche, vor der am 4. September 1989 die Montagsdemonstrationen begannen, und die Thomaskirche, in der die Gebeine Johann Sebastian Bachs ruhen und der weltberühmte „Thomaner-Chor“ seinen Sitz hat.

Nach der Mittagspause trafen wir uns im hochmodernen „Museum der Bildenden Künste“. Werke des Leipziger Künstlers Max Klinger bildeten den Auftakt. Seine Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Werke beeindrucken heute vor allem durch die Materialzusammenstellungen aus mehreren Marmorarten, Elfenbein, Bronze und Bernstein. Die Kunstwerke des 20. Jahrhunderts zeigten deutlich, wie unterdrückt die Künstler bis zum Ende der DDR waren: Ablehnung des Impressionismus, sogenannter Entarteter Kunst, systemkritischer Bilder…

Am Sonntag fuhren wir nach Halle, das ebenfalls eine sehr alte Universität hat und durch die Salzgewinnung reich geworden war. Halle liegt im Chemiedreieck, zu dem auch das früher berüchtigte Bitterfeld mit extrem starker Umweltverschmutzung gehört. Im Gegensatz zu Leipzig wurde Halle weitgehend von schweren Bombenangriffen verschont. Aus finanziellen Gründen wurden  aber vor der Wende viele historische Gebäude abgerissen oder sich selbst überlassen. Stattdessen wurden in Außenbezirken Plattenbauten errichtet. Inzwischen hat sich viel getan. Das konnte man bei einer Stadtrundfahrt und anschließendem Stadtrundgang bewundern. Viele der ehemaligen Braunkohlegruben sind zu Seen geworden. Die Stadt weist viele kulturelle und museale Einrichtungen auf: das Händel-Geburtshaus, das Landesmuseum für Vorgeschichte, wo sich die berühmte Himmelsscheibe von Nebra befindet, das Händel-Denkmal vor dem Ratshof, Stadttheater, Opernhaus und die Moritzburg.

Dorthin führte uns ein Ausflug am Nachmittag. Dieses ehemalige befestigte Wohnschloss eines verschwendungssüchtigen Kardinals war ursprünglich als Zwingburg gegen die selbstbewussten „Salzwirker“ geplant. Kein anderer als Martin Luther führte Protestaktionen an.

In die Ruine der Moritzburg wurde ein sehr gelungener Glasbau als Museum eingefügt. Der amerikanische Künstler Lionel Feininger hielt sich immer wieder in Halle auf. Einige seiner bekanntesten Gemälde, wie „Der Dom in Halle“ sind hier zu bewundern. 

P.S.

 

 

BECOMING FAMOUS Peter Paul Rubens in der Staatsgalerie

(12.2.2022)

Peter Paul Rubens (1577-1640) gilt als der erfolgreichste Maler des Barocks. Seine eindrucksvollen, farbenprächtigen Werke zeichnen sich durch einen hohen Wiedererkennungswert aus. In ganz Europa wurden schon zu Lebzeiten Höchstpreise bezahlt.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung von seinen frühen Schaffensphasen zum internationalen Erfolg. Da er aus einer angesehenen, wohlhabenden Familie in Antwerpen stammte, standen ihm viele Türen offen und er lernte schon in der Schulzeit einflussreiche, spätere Förderer kennen. Neben seinem künstlerischen Talent  bemühte sich Rubens stets auch um Anerkennung in der Gesellschaft. So war er viele Jahre erfolgreich als Diplomat tätig, unter anderem für den Herzog von Mantua, dessen Hofmaler er auch war. Nach mehreren Jahren in Italien, wo er die Antike, Renaissance und Zeitgenossen studierte, kehrte er nach Antwerpen zurück und baute sich eine erfolgreiche Werkstatt auf, die in kurzer Zeit und in hoher Qualität „produzieren“ konnte. Neben Gemälden, auch preiswerteren Kopien, gab es auch eine umfangreiche Kupferstichproduktion. In zahlreichen Kirchen und bei prominenten Kunstliebhabern waren schon damals Rubens‘ Werke vertreten. Durch diese weite Verbreitung wurde Rubens zum begehrtesten Maler seiner Zeit.

Die Ausstellung zeigt 90 Gemälde und Arbeiten auf Papier aus dem eigenen Bestand sowie Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen.

P.S.

Photographien: Marion Bergien

Besuch im Museum Ritter

 

Nachdem aus bekannten Gründen der traditionelle Jahresausklang des Vereins im Museum Ritter letztes Jahr nicht stattfinden konnte, wurde der Besuch auf den 14. Januar 2022 und, dank starkem Interesse, zusätzlich auf den 28. Januar verlegt. Jeweils in zwei kleinen Gruppen wurden wir kompetent durch die Ausstellung geführt. Der Titel war dieses Mal „Kein Tag ohne Linie“ mit Werken aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter. Während in der Natur eine gerade Linie oder gar ein Rechter Winkel so gut wie nicht vorkommen, haben Künstler aus den meisten kunstgeschichtlichen Epochen damit gearbeitet. Man denke nur an die meisterhaften Pyramiden. Für Paul Klee, der sein Schaffen der Losung „kein Tag ohne Linie“, einem Gedanken Plinius‘ des Älteren, verschrieb, war die Linie die unmittelbare Spur einer Bewegung.  Künstler der konstruktivistischen Avantgarde etablierten die Linie als mathematisch Exakte nicht nur auf der Bildebene, sondern auch in ihren raumdurchdringenden Objektkonstruktionen. Man sah also vielseitige Auseinandersetzungen mit der Linie wie Linienraster, Flächenteilungen, aber auch eine Reihe von Plastiken und Installationen.

P.S.

 

 

Photos: Marion Bergien (12) Petra Sigmund (1)

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