ZWEI AUSSTELLUNGEN IN MÜNCHEN, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

FOREVERYOUNG – 10 Jahre Museum Brandhorst und CARAVAGGIO – Alte Pinakothek

 

Seit der Eröffnung im Mai 2009 hat sich im Museum Brandhorst viel getan. Neben zahlreichen Ausstellungen wurde die Sammlung Brandhorst stetig erweitert – von 700 auf über 1200 Werke. Heute ist sie eine der wichtigen musealen Sammlungen für Gegenwartskunst in Europa, mit vielen bedeutenden Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie Andy Warhol, Cy Twombly, Bruce  Naumann, Cady  Noland oder Wolfgang Tillmans.

 

Utrecht, Caravaggio und Europa

Die dramatische Lichtführung Caravaggios (1571-1610) war für eine ganze Generation  niederländischer, spanischer und französischer Maler stilprägend; die Schau präsentiert 70 Werke der bedeuteten „Caravaggisten“.

Bei herrlichem, weiß-blauen Himmel fuhr eine Gruppe der Kunstfreunde am 1.6. mit dem bewährten Busunternehmen REBLE, zum Besuch dieser Ausstellungen!

Es blieb dann auch noch Zeit für den Biergarten und einen Bummel durch die schöne Stadt – und war dann doch zu kurz?!

 

Bis zum nächsten Mal, Gäste sind jederzeit herzlich willkommen.

JC

 

Wilhelm Lehmbruck in der Staatsgalerie

 

Am Samstag, dem 12. Januar besuchten die Kunstfreunde mit 2 Gruppen die aktuelle Ausstellung „Variation und Vollendung, die Bedeutung der Linie“ des bedeutendsten deutschen Bildhauers des Expressionismus, Wilhelm Lehmbruck.

Wenn man im Internet nach diesem Künstler sucht, findet man in zahlreichen internationalen Museen  die „gleichen“ Werke dieses Künstlers in verschiedenen Materialien. Das liegt daran, dass Lehmbruck bis auf eine Auftragsarbeit, eine überlebensgroße Statue in Marmor, als Plastiker gearbeitet hat. So sind auch in der Staatsgalerie Werke in den Materialien Steinguss (eine Art Zement), Gips und Bronzeguss zu bewundern. Neben vollständigen Statuen, wie z. B. die wunderschöne „Große Sinnende“, sind Büsten und Torsen dieser und anderer Werke zusammengestellt. Es ist verblüffend, wie verschieden dieselben Plastiken in den unterschiedlichen Materialien wirken! Selbst die Größe scheint sich zu verändern. Lehmbrucks Plastiken wurden fast alle erst „post mortem“ in Bronze gegossen und zwar fast ausschließlich als Auftragsarbeiten, was zum Teil mit dem hohen Preis eines solchen Gusses zusammenhängt. Die matten Oberflächen der Steingussfiguren oder Gipsfiguren, wie die „Große Sinnende“, die durch zarte graue Einfärbung zuerst für einen Steinguss gehalten wurde, passen viel besser zu dem expressiven Schaffen des Künstlers, und man vermutet, dass er selbst auch bewusst diese Materialien bevorzugt hat.

Die Werke Lehmbrucks zeigen zum Teil den starken Einfluss Auguste Rodins, dessen Arbeiten er 1904 auf einer internationalen Kunstausstellung in Düsseldorf kennenlernte. Die „Große Sinnende“ mit ihrem langen, gebogenen Hals, dem zu klein proportionierten Kopf, den nur durch Schatten entstehenden „leeren“ Augen erinnert an den Künstler Amadeo Modigliani.

Ein Steinguss, der international besonders bekannt und berührend ist, befindet sich weit entfernt von der übrigen Skulpturensammlung in einem Raum, wo auch die graphischen Arbeiten des Künstlers ausgestellt werden. Es handelt sich um die Plastik „Der Gestürzte“. Nach dem ersten Weltkrieg nahm Lehmbruck an einem Wettbewerb für ein Kriegerdenkmal teil. Aber statt einem heroischen Helden gestaltete er einen auf allen Vieren kriechenden nackten Jüngling mit zerbrochenem Schwert. Damit war er „aus dem Rennen“. Dieser Steinguss stellte sich leider als ein eigentlich illegaler Abguss heraus, denn er entstand wahrscheinlich erst 1953. Die recht geschäftstüchtige Witwe des so früh verstorbenen Künstlers scheute sich nicht, auch lange nach dem Tode weitere Abgüsse machen zulassen. Es wurden sogar von fertigen Plastiken noch einmal Gussformen gefertigt und nicht mit dem Gussdatum versehen. Das ist der Grund, weshalb es so zahlreiche Werke von Wilhelm Lehmbruck existieren.

Die beeindruckende, mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen zusammengestellte Ausstellung der Staatsgalerie wurde uns wie immer von zwei sehr kompetenten Kunsthistorikern nahegebracht.

P.S.

 

 

 

Kunstausflug nach Wiesbaden

Schon recht früh brachen die Kunstfreunde am Mittwoch, den 26. Februar 2019 zu ihrem Kunstausflug nach Wiesbaden auf. Ohne Hektik steuerte uns Herr Reble über die stark befahrene Autobahn zum Museum Wiesbaden. Frau Geib stimmte uns schon auf der Fahrt in das Leben und Werk von spanischen Künstlers Eduardo Chillida (1924- 2002) ein. Er zählt zu den bekanntesten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Im Museum konnte man dann erkennen, warum Chillida „Architekt der Leere“ genannt wird. Neben Zeichnungen und Radierungen von menschlichen Körpern, die auf prägnante Formelemente reduziert sind und so die Fläche aufzulösen beginnen, waren einige archaische Skulpturen zu bewundern. Das Hauptwerk und die wohl bekanntesten Werke von Chillida sind aber die Eisenskulpturen, die zum Teil zur handgroß und filigran sind und zum Teil als Modelle für die großen Objekte dienten. Obwohl die großen bis riesigen Skulpturen tonnenschwer sind, wirken sie luftig leicht als könnten sie sich in der Luft auflösen.

Nach einem leckeren Mittagessen in Restaurant des Museums führte uns Frau Geib noch zu den prachtvollen Gebäuden, die für ein Kurort so typisch sind, wie Trinkhalle, Theater, Casino und auch durch den schönen Kurpark.

Nach einem Blick vom Neroberg, dem „Hausberg“ von Wiesbaden auf die Stadt brachte uns der Bus wieder in heimatliche Gefilde zurück.

P.S.

Themenstammtisch mit Frau Geib

Keine Sekunde der Langeweile konnte bei dem Kunstvortrag durch Frau Geib aufkommen! Wie immer, so wurden auch dieses Mal, wo es um die Portraitmalerei ging, die ausgewählten Werke durch die Kunsthistorikerin nicht nur zur Art der Darstellung erläutert, sondern Frau Geib berichtete über Symbolik, die Geschichte der dargestellten Personen und die historischen Zusammenhänge. Das ließ die Bilder, von denen die meisten den Kunstfreunden bekannt waren, in neuem Licht erscheinen. Das Wort „Portrait“ bedeutet übrigens in etwa „Hervortreten“ und „Gesicht“ „gesehen“. Der Vortrag begann mit einem ganzfigürlichen Doppelportrait von Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“. Es ist schon erstaunlich, was Gesten und Attribute in solch einem Bild aussagen. Nur als Beispiel: Der Bräutigam reicht seine linke Hand, was bedeutet, er heiratet unter seinem Stand. Es folgten in buntem Reigen Werke von Dürer, Holbein, Rubens, Botticelli, Cranach, aber auch von „modernen“ Künstlern, wie Picasso oder Richter, und zu allen wusste Frau Geib Interessantes zu berichten.

P.S.

                            HEIMVORTEIL IN VIELFACHER HINSICHT

                         Überblickausstellung im Schauwerk Sindelfingen

 

Ob Kunst oder Design, ist egal – nur gut muss es sein! Dem Zitat von Anton Stankowski kann man nur zustimmen und es mit dem Zusatz „Architektur“ versehen. Schließlich befinden sich seine Arbeiten in der über 3.500 Werke umfassenden Sammlung des Sammlerpaars Schaufler. Gezeigt werden die Exponate seit 2010 in regelmäßigen Sonderausstellungen in einem 6.000 Quadratmeter großen, auf einem in einer ehemaligen Produktionsstätte errichteten Museumskomplex, der durch formale Strenge und Klarheit überzeugt.

Eine Gruppe von 25 Kunstinteressierten der Kunstfreunde besuchte diese Ausstellung am 6.4. Dank der guten Führung von Frau Klenk wurde auch heftig diskutiert.  Besonders lange interessierte das Werk von Bernhard Martin: „Les garçons de la maison“. Das malerische Werk Martins verbindet in klassischer, oft altmeisterlicher Technik wie in freiem Gestus unterschiedliche Motive aus der massenmedialen Bildwelt, die zu neuen surrealen oder skurrilen Kompositionen zusammengesetzt werden. Dabei greift er auf stilistische Elemente der Popkultur und Warenwelt ebenso zurück wie auf künstlerische Vorbilder, die er in Francis Bacon, Francis Picabia, Pablo Picasso oder Malern der Renaissance sieht. Martin bezeichnet sich selbst als „akribischen Chronist des Alltäglichen“ und sein Konzept der Aneignung als „Pictureshopping“, in welchem er zugleich auch gegen das Vergessen innerhalb der Unübersichtlichkeit der Bilderflut arbeitet.

Resümee der Kunstfreunde – ein Besuch im SCHAUWERK SINDELFINGEN lohnt sich immer!

JC

NAGEL auction – MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Eine kleine Gruppe der Kunstfreunde besuchte am 8. Mai 2019 das Kunsthaus NAGEL, Stuttgart:

Zum 1., zum Zweiten und zum Dritten, dann sauste der große Metallnagel des attraktiven Auktionators auf sein Pult. Zuvor gab es viele, verschiedene Stimmabgaben, per Hand oder Telefon. Ein älterer, grauhaariger Herr war sehr traurig, hatte er doch sehr für das Kunstwerk: Uecker, Günther; Baumscheibe mit Nägeln 1984, mehrfach geboten – angefangen mit 15.000 € - es wurde für 50.000 € verkauft.

Das Bild: Auf dem Balkon von Gabriele Münter 70.000 € - verkauft für 150.000 €

Die verschiedenen Fotografien von CHRISTO fanden kein Interesse – das sind nur einige Beispiele.......

Für uns eine ganz andere Welt, zu schauen, wie namhafte Kunstwerke unter den Hammer, Pardon unter den Nagel kamen.

JC

 

Besuch im Würth-Museum in Schwäbisch Hall

Am 20. Juli hatten die Kunstfreunde wieder einmal die Gelegenheit, eine ganz besondere Ausstellung im Würth-Museum zu besuchen. Dank guter Beziehungen (und erforderlicher Renovierungsarbeiten!) kann das Museum derzeit etwa 200 Leihgaben des Musée d`Art Moderne de la Ville de Paris präsentieren. Unter kompetenter Führung wurden wir durch die Epochen der Moderne, vor allem französischer Kunst geleitet. Am Ende des 19.Jahrhunderts war Paris das absolute Zentrum der Modernen Kunst und im Laufe des 1. Weltkrieges siedelten sich die (später) weltbekannten Exil-Künstler dort an. Alle Stilarten wie Fauvismus, Kubismus, Surrealismus, Konkrete Kunst bis hin zur Gegenwartskunst sind zu bewundern. Ein wahrer Kunstgenuss!

P.S.

 

Photos: Petra Sigmund

 

Besuch in der Kunsthalle Tübingen

Das war ein Kunsterlebnis der besonderen Art! Unter dem Motto „COME BACK, kunsthistorische Renaissancen“ konnten die Kunstfreunde am 10.8. die kreativen Arbeiten junger Künstler bestaunen. Die kompetente Kunsthistorikerin zeigte uns als Erstes Werke des Künstlers José Manuel Ballester, der mit Hilfe von „Copyshop“ aus Gemälden von Botticelli, Bosch und Goya alle Personen entfernt, das ursprüngliche Format aber beibehalten hatte. So waren überraschend andere Eindrücke der bekannten Gemälde entstanden. Überhaupt waren häufig die Möglichkeiten der modernen Medien genutzt worden, um eine Renaissance antiker Gemälde und Skulpturen zu erzielen. So auch zu sehen bei Christian Jankowski, der unter anderem das Bild „Der Tanz“ von Matisse vom Foto à la „Tableau Vivant“ in Gemälde umsetzen ließ.

Ganz anders arbeitete Ged Quinn, der mit Buntstiften Meisterwerke so stark verfremdete, dass man in der Unschärfe die ursprünglichen Gemälde nur erahnen konnte. Insgesamt waren 160 Exponate zu betrachten. Sie alle zu beschreiben würde zu weit führen. Auf jeden Fall ist die Ausstellung sehr zu empfehlen.

P.S.

 

Photos: Petra Sigmund

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kunstfreunde Waldenbuch & Steinenbronn