Kunstausflug nach München am 13. Februar 2020

Bei unerwartet gutem Wetter machte sich eine Gruppe unseres Vereins wieder einmal nach München zum Lenbachhaus auf. Die Ausstellung „Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ übertraf, auch dank der hervorragenden Führung, alle Erwartungen. Die sehr umfangreiche Präsentation war eine einmalige Ansammlung von Werken aus München, aber auch aus Wiesbaden, wo Jawlensky die letzten Jahre lebte und Ascona, dem späten Lebensort von Werefkin. Die spannende Lebensgeschichte der beiden Künstler mit ihren Verstrickungen konnte man interessanterweise ziemlich deutlich in den Werken erkennen. Marianne von Werefkin, die 10 Jahre auf ihre künstlerische Arbeit verzichtete, um Alexej von Jawlensky zu fördern, hatte aber auch ein anderes Malmedium als ihr Partner. Sie malte mit Temperafarben, was sich vom Farbauftrag und Strichführung sehr verschieden zu der kräftigen, farbintensiven Malweise Jawlenskys zeigt. Während sie überwiegend Landschaftsszenen mit arbeitenden Menschen darstellte, malte er Portraits oder Landschaftsbilder ohne Personen. Ihre Bilder sind melancholisch, symbolhaft, fast surrealistisch und erinnern zum Teil an Munch. Seine Werke trotzen vor Lebenskraft und gehören vom Stil her zu den Malern des „Blauen Reiters“ bzw. den „Fauves“. Auch eine Serie seiner späten Portraits, die sogenannten „Christusköpfe“, konnten bewundert werden.

Nach einer Mittagspause ließ sich ein Teil der Kunstinteressierten zur Kunsthalle München bringen. Dort läuft zur Zeit eine ganz besondere Ausstellung, „die Fäden der Moderne“. Hierbei handelt es sich um Tapisserien, die in der Pariser „Manufacture des Gobelins“ nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. Und 21. Jahrhunderts entstanden- unter ihnen Henri Matisse, Pablo Picasso, Joan Miró usw. Hier zeigte sich, wie überraschend modern das traditionsreiche Handwerk der Gobelin-Weberei ist.

Erfüllt von den vielen Eindrücken fuhren wir von München zurück und es begann zu schütten!

P. S.

Photos: Marion Bergien

Protokoll der Jahreshauptversammlung am 29. Januar 2019

Beginn: 19 Uhr, Ende ca. 21 Uhr im Gasthof „Rössle“ in Waldenbuch.

Es waren 34 Mitglieder anwesend.  Zur Tagesordnung waren keine Anträge eingegangen.

1.)

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Kunstfreunde Waldenbuch-Steinenbronn, Herrn Dr. Schneider, ging der Vorsitzende auf folgende Punkte ein:

Anfang des Jahres 2020 hat der Verein 126 Mitglieder, also einen erfreulichen Zuwachs von 7 Mitgliedern, davon 4 ab 2020. Neben 2 Austritten haben wir leider einen Todesfall zu beklagen.

Dieses Jahr hat der Verein sein 40. Jubiläum. Eine Feier sollte erst zum 50. Bestehen des Vereins erfolgen.

Die Zusammenarbeit sowohl im Vorstand, wie auch im Verein war harmonisch und respektvoll. Herr Dr. Schneider bedankte sich dafür.

Die Teilnahme von zahlreichen Mitgliedern an den Aktivitäten wie Kunstausflügen und Stammtisch war sehr erfreulich.

Das „Sponsoring“ durch die Firma Ritter wurde vor wenigen Jahren verdoppelt.

Es folgte eine Diskussion darüber, ob statt Fahrten mit Privatfahrzeugen in Fahrgemeinschaften, lieber noch mehr Busfahrten angeboten werden sollten.

Bei einer Abstimmung stimmten fast alle Anwesenden für mehr Busfahrten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war das Problem, der vor allem bei Herrn Dr. Schneider gelagerten Bildern, Akten, Sammelmappen und schweren leeren Holzrahmen. Der Vorschlag einer „Bilderbank“, wo unter anderem alle Werke neu aufgelistet werden müssten, wurde gemacht. Ein anderer Vorschlag war, die Bilder an einem geeigneten Ort anlässlich des 40. Jubiläums auszustellen und zum Ausleihen oder Kaufen anzubieten. Der Vorsitzende bat die Vereinsmitglieder, sich Gedanken zu machen, denn der Vorstand bräuchte dazu Hilfe von außen.

2.)

Die stellvertretende Vorsitzende, Frau Jacob, erinnerte nochmals an die Ausstellungen in Waldenbuch und Steinenbronn, die Kindermalkurse im Ferienprogramm und den Workshop im Sommer bei Frau Hindemith. Danach erfolgte noch eine Vorschau auf dieses Halbjahr und bereits einen Ausblick auf das 2. Halbjahr mit dem Verweis, dass das „Künstlerforum“ dieses Jahr aus terminlichen Gründen schon vom 13.9. bis 30.10 20 stattfindet.

 

3.)

Die Schriftführerin, Frau Sigmund, brachte noch einmal die Kunstausflüge in Erinnerung. Eine Kunstreise konnte nicht stattfinden.

 

4.)

Der Schatzmeister, Herr Christophers, berichtete über den Etat 2019. Dann klärte er über den Stand der geplanten Bilbao-Reise auf. Da in kürzester Zeit 44 Anmeldungen vorlagen, aber nur 25 Personen an der Reise teilnehmen können, bemühte sich der Verein um einen 2. Termin im Juni. Da die Kosten zu diesem Zeitpunkt aber ca. 1 000€ höher lägen, wird versucht, im Zeitraum 21.- 26. Oktober einen Termin zu bekommen. Falls das klappt, könnten in einer Zusammenkunft aller Teilnehmer noch Austausche der Reisetermine stattfinden.

 

5.)

Frau Kohler und Herr Mayer führten die Kassenprüfung durch. Sie stellten fest, dass die Kasse ordnungsgemäß geführt wurde. Herr Martin ließ durch Akklamation (einstimmig) den Vorstand entlasten.

 

6.)

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Waldenbuch, Frau Odendahl, begrüßte die Anwesenden und bedankte sich auch im Namen der Stadt, der Gemeinderäte und des Kreises und lobte das gute Miteinander der beiden Gemeinden und der „auswärtigen“ Vereinsmitglieder. Ihr Dank ging auch an das „Versorgungs-team“, das bei den Vernissagen für das leibliche Wohl der Besucher sorgte.

Obwohl der Vereinskassenstand hervorragend sei, würde die Volksbank-Stiftung gerne angesprochen werden.

7.)

Herr Martin leitete die Wahl des neuen Vorstandes. Durch Akklamation (einstimmig) wurde für eine offene Abstimmung gestimmt.

Alle Vorstandsmitglieder und die Kassenprüfer (Frau Kohler als Nachfolgerin von Frau Wizemann und Herr Mayer) wurden einstimmig gewählt.

8.)

Frau Hosch, die mit Frau Hertkorn und Frau Matthaei viele Jahre die Bewirtung bei Veranstaltungen gemacht hat, tritt von ihrem Amt zurück. Auch die beiden anderen Damen stellen ihr Amt zur Verfügung.

 

9.)

Am 9. Juli soll ein zusätzlicher Ausflug nach Zürich zu der Ausstellung „Schall und Rauch - die wilden Zwanziger“ stattfinden.

 

Petra Sigmund

Besuch in der Staatsgalerie Stuttgart zur Tiepolo-Ausstellung

Auf großes Interesse bei den Kunstfreunden stieß am Samstag, dem 18. Januar 2020, die Ausstellung  „Tiepolo. Der beste Maler Venedigs“. In zwei Gruppen wurden wir, wie immer durch kompetente Führerinnen, durch die Räume geführt. Diese im deutschsprachigem Raum erstmals gezeigte Schau eröffnete einen Blick auf die gesamte Schaffenszeit des Künstlers, der zwar 1696 in Venedig geboren wurde, aber schon zu Lebzeiten so bekannt und beliebt war, dass er auch z.B. in Würzburg die Residenz, das Bischofspalais, ausgestaltete und am Madrider Hof lebte und arbeitete, wo er auch 1770 starb.

Das Besondere an Tiepolo ist neben seiner Vielseitigkeit der Humor und die Ironie, die in allen Werken bei näherem Hinschauen „durchblitzt“. Neben eleganten Gemälden zu Mythologie und Geschichte, dramatischen religiösen Bildern und Fresken, waren eine umfangreiche Sammlung an Skizzen, Graphiken und Radierungen zu bewundern, die durch ihre flüchtige Strichführung und Darstellungsstrategien sehr modern wirken und wohl nachfolgende Künstler wie Francisco de Goya und sogar Surrealisten wie Salvatore Dali inspirierten.

Der Anlass dieser besonderen Ausstellung war, neben dem 250. Todesjahr, dass die Staatsgalerie mit über 150 Werken den wohl größten Schatz an Graphiken und Zeichnungen Tiepolos besitzt. Er gelangte auf verschlungenen Wegen über ein Stuttgarter Auktionshaus, das die Werke von einem Nachkommen des Künstlers, der mit einer Schwäbin verheiratet war, erhalten hatte, in die Sammlung der Staatsgalerie.

P.S.

 

Photo: Petra Sigmund

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kunstfreunde Waldenbuch & Steinenbronn