Jahresrückblick 2020

 

Das Jahr 2020 war ein ganz besonderes. Der Covid19-Virus hat unser Privat- wie auch unser Vereinsleben nachhaltig verändert. Die meisten Unternehmungen unseres Vereins mussten abgesagt werden. In vieler Hinsicht ist es ein „verlorenes“ Jahr. Es gab aber trotz allem auch Bereicherungen. Die Familienmitglieder hatten mehr Zeit füreinander, man telefonierte mehr mit schon fast vergessenen Freunden, Nachbarn halfen einander. Man konnte erstaunliche Einblicke erhalten, was die Zusammenhänge der Gesellschaft und der Wirtschaftszweige angeht, sei es bei Altkleidersammlungen, die nicht mehr in die Lagerhallen passten, riesige Pommes-Frites-Kartoffel-Berge bei Bauern, die nicht mehr verkauft werden konnten und, und , und. Alles hängt mit allem zusammen.

Zum Glück scheint keines unserer Mitglieder von Corona betroffen gewesen zu sein und wir hoffen, dass das so bleibt! 

 

Kunstausflüge

Das Jahr startete am 18. Januar in Stuttgart. Anlässlich des 250. Jahrestages widmete die Staatsgalerie dem Maler Giovanni Battista Tiepolo eine ganz besondere Ausstellung, wobei der eigene Bestand durch kostbare internationale Leihgaben ergänzt wurde. Damit wurde erstmals ein Blick auf die gesamte Schaffenszeit des Künstlers veranschaulicht.

 

Mit dem Bus ging es am 2. Februar zu einem Besuch des Lenbachhauses in München. In der Ausstellung „Lebenswelten“ konnten über 190 Werke aus allen Schaffensperioden des ungleichen Künstlerpaares Marianne von Werefkin und Alexej  von Jawlensky  bewundert werden. Sie waren Mitbegründer der 1909 entstandenen „Neuen Künstlervereinigung“, aus der der „Blaue Reiter“ hervorging.

Einige der Teilnehmer besuchten anschließend noch die Kunsthalle, um die Ausstellung „Die Fäden der Moderne“ zu bewundern. Hier handelte es sich um Tapisserien der  Pariser„Manufacture des Gobelins“, die nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts gefertigt wurden. Es war überraschend zu sehen, wie modern das traditionsreiche Handwerk der Gobelin-Weberei sein kann.

 

In der Tübinger Kunsthalle trafen sich am 14. März die Kunstfreunde zu einer Ausstellung von Max Pechstein. Das Thema war „Tanz“, was im Leben des Künstlers, der selbst ein passionierter Tänzer war, eine wichtige Rolle spielte. In einer chronologisch-thematischen Schau wurden seine Darstellungen von Gesellschaftstänzen der „Goldenen 20er“ bis hin zu seinen Erinnerungen an das exotische Palau gezeigt.

 

Stammtische

Auf regen Zuspruch stieß der Themenstammtisch mit Frau Geib zu unserer  Bilbao-Reise. Leider musste auch diese für den September geplante Unternehmung abgesagt werden.

 

Projekte

Erfreulich hoch war die Beteiligung der Waldenbucher Kinder  am Sommerferienprogramm, das wieder von Frau Jacob mit Unterstützung von Frau Haase, durchgeführt wurde. Der Corona-Krise trotzend, unter Berücksichtigung aller Hygieneregeln, konnte die Veranstaltung aufgrund des schönen Wetters im Innenhof des Hauses der Begegnung stattfinden. In diesem Jahr war das Thema „Alle Vögel sind schon da“. Die begeisterten NachwuchskünstlerInnen malten aber nicht nur die „üblichen Singvögel“, sondern auch bunte Falken, Schwäne usw. 

Auch Störche waren dabei, die gerade zu dieser Zeit über der Stadt auf ihrem Flug nach Afrika zu sehen waren.

Es war ein heiterer Nachmittag, der allen Spaß gemacht hat.

 

Am 25.10. konnte endlich nach mehrmaligem Verschieben der diesjährige Workshop für Vereinsmitglieder stattfinden. Dieses Jahr wurde ein Zeichenkurs unter der Leitung von Blanka Walter angeboten. Die Art zu zeichnen, die die Künstlerin den Teilnehmerinnen des Kurses nahebrachte, unterschied sich aber sehr von dem, was man sich im Allgemeinen unter „Zeichnen“ vorstellt, denn es wurde mit Kreiden, Kohle und jeder Art von Stiften und Farben gearbeitet. Der Kurs war ein Gewinn für alle Teilnehmerinnen und kann hoffentlich fortgesetzt werden.

 

P.S.

 

Kunstausflug nach München am 13. Februar 2020

Bei unerwartet gutem Wetter machte sich eine Gruppe unseres Vereins wieder einmal nach München zum Lenbachhaus auf. Die Ausstellung „Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ übertraf, auch dank der hervorragenden Führung, alle Erwartungen. Die sehr umfangreiche Präsentation war eine einmalige Ansammlung von Werken aus München, aber auch aus Wiesbaden, wo Jawlensky die letzten Jahre lebte und Ascona, dem späten Lebensort von Werefkin. Die spannende Lebensgeschichte der beiden Künstler mit ihren Verstrickungen konnte man interessanterweise ziemlich deutlich in den Werken erkennen. Marianne von Werefkin, die 10 Jahre auf ihre künstlerische Arbeit verzichtete, um Alexej von Jawlensky zu fördern, hatte aber auch ein anderes Malmedium als ihr Partner. Sie malte mit Temperafarben, was sich vom Farbauftrag und Strichführung sehr verschieden zu der kräftigen, farbintensiven Malweise Jawlenskys zeigt. Während sie überwiegend Landschaftsszenen mit arbeitenden Menschen darstellte, malte er Portraits oder Landschaftsbilder ohne Personen. Ihre Bilder sind melancholisch, symbolhaft, fast surrealistisch und erinnern zum Teil an Munch. Seine Werke trotzen vor Lebenskraft und gehören vom Stil her zu den Malern des „Blauen Reiters“ bzw. den „Fauves“. Auch eine Serie seiner späten Portraits, die sogenannten „Christusköpfe“, konnten bewundert werden.

Nach einer Mittagspause ließ sich ein Teil der Kunstinteressierten zur Kunsthalle München bringen. Dort läuft zur Zeit eine ganz besondere Ausstellung, „die Fäden der Moderne“. Hierbei handelt es sich um Tapisserien, die in der Pariser „Manufacture des Gobelins“ nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. Und 21. Jahrhunderts entstanden- unter ihnen Henri Matisse, Pablo Picasso, Joan Miró usw. Hier zeigte sich, wie überraschend modern das traditionsreiche Handwerk der Gobelin-Weberei ist.

Erfüllt von den vielen Eindrücken fuhren wir von München zurück und es begann zu schütten!

P. S.

Photos: Marion Bergien

Protokoll der Jahreshauptversammlung am 29. Januar 2020

Beginn: 19 Uhr, Ende ca. 21 Uhr im Gasthof „Rössle“ in Waldenbuch.

Es waren 34 Mitglieder anwesend.  Zur Tagesordnung waren keine Anträge eingegangen.

1.)

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Kunstfreunde Waldenbuch-Steinenbronn, Herrn Dr. Schneider, ging der Vorsitzende auf folgende Punkte ein:

Anfang des Jahres 2020 hat der Verein 126 Mitglieder, also einen erfreulichen Zuwachs von 7 Mitgliedern, davon 4 ab 2020. Neben 2 Austritten haben wir leider einen Todesfall zu beklagen.

Dieses Jahr hat der Verein sein 40. Jubiläum. Eine Feier sollte erst zum 50. Bestehen des Vereins erfolgen.

Die Zusammenarbeit sowohl im Vorstand, wie auch im Verein war harmonisch und respektvoll. Herr Dr. Schneider bedankte sich dafür.

Die Teilnahme von zahlreichen Mitgliedern an den Aktivitäten wie Kunstausflügen und Stammtisch war sehr erfreulich.

Das „Sponsoring“ durch die Firma Ritter wurde vor wenigen Jahren verdoppelt.

Es folgte eine Diskussion darüber, ob statt Fahrten mit Privatfahrzeugen in Fahrgemeinschaften, lieber noch mehr Busfahrten angeboten werden sollten.

Bei einer Abstimmung stimmten fast alle Anwesenden für mehr Busfahrten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war das Problem, der vor allem bei Herrn Dr. Schneider gelagerten Bildern, Akten, Sammelmappen und schweren leeren Holzrahmen. Der Vorschlag einer „Bilderbank“, wo unter anderem alle Werke neu aufgelistet werden müssten, wurde gemacht. Ein anderer Vorschlag war, die Bilder an einem geeigneten Ort anlässlich des 40. Jubiläums auszustellen und zum Ausleihen oder Kaufen anzubieten. Der Vorsitzende bat die Vereinsmitglieder, sich Gedanken zu machen, denn der Vorstand bräuchte dazu Hilfe von außen.

2.)

Die stellvertretende Vorsitzende, Frau Jacob, erinnerte nochmals an die Ausstellungen in Waldenbuch und Steinenbronn, die Kindermalkurse im Ferienprogramm und den Workshop im Sommer bei Frau Hindemith. Danach erfolgte noch eine Vorschau auf dieses Halbjahr und bereits einen Ausblick auf das 2. Halbjahr mit dem Verweis, dass das „Künstlerforum“ dieses Jahr aus terminlichen Gründen schon vom 13.9. bis 30.10 20 stattfindet.

 

3.)

Die Schriftführerin, Frau Sigmund, brachte noch einmal die Kunstausflüge in Erinnerung. Eine Kunstreise konnte nicht stattfinden.

 

4.)

Der Schatzmeister, Herr Christophers, berichtete über den Etat 2019. Dann klärte er über den Stand der geplanten Bilbao-Reise auf. Da in kürzester Zeit 44 Anmeldungen vorlagen, aber nur 25 Personen an der Reise teilnehmen können, bemühte sich der Verein um einen 2. Termin im Juni. Da die Kosten zu diesem Zeitpunkt aber ca. 1 000€ höher lägen, wird versucht, im Zeitraum 21.- 26. Oktober einen Termin zu bekommen. Falls das klappt, könnten in einer Zusammenkunft aller Teilnehmer noch Austausche der Reisetermine stattfinden.

 

5.)

Frau Kohler und Herr Mayer führten die Kassenprüfung durch. Sie stellten fest, dass die Kasse ordnungsgemäß geführt wurde. Herr Martin ließ durch Akklamation (einstimmig) den Vorstand entlasten.

 

6.)

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Waldenbuch, Frau Odendahl, begrüßte die Anwesenden und bedankte sich auch im Namen der Stadt, der Gemeinderäte und des Kreises und lobte das gute Miteinander der beiden Gemeinden und der „auswärtigen“ Vereinsmitglieder. Ihr Dank ging auch an das „Versorgungs-team“, das bei den Vernissagen für das leibliche Wohl der Besucher sorgte.

Obwohl der Vereinskassenstand hervorragend sei, würde die Volksbank-Stiftung gerne angesprochen werden.

7.)

Herr Martin leitete die Wahl des neuen Vorstandes. Durch Akklamation (einstimmig) wurde für eine offene Abstimmung gestimmt.

Alle Vorstandsmitglieder und die Kassenprüfer (Frau Kohler als Nachfolgerin von Frau Wizemann und Herr Mayer) wurden einstimmig gewählt.

8.)

Frau Hosch, die mit Frau Hertkorn und Frau Matthaei viele Jahre die Bewirtung bei Veranstaltungen gemacht hat, tritt von ihrem Amt zurück. Auch die beiden anderen Damen stellen ihr Amt zur Verfügung.

 

9.)

Am 9. Juli soll ein zusätzlicher Ausflug nach Zürich zu der Ausstellung „Schall und Rauch - die wilden Zwanziger“ stattfinden.

 

Petra Sigmund

Besuch in der Staatsgalerie Stuttgart zur Tiepolo-Ausstellung

Auf großes Interesse bei den Kunstfreunden stieß am Samstag, dem 18. Januar 2020, die Ausstellung  „Tiepolo. Der beste Maler Venedigs“. In zwei Gruppen wurden wir, wie immer durch kompetente Führerinnen, durch die Räume geführt. Diese im deutschsprachigem Raum erstmals gezeigte Schau eröffnete einen Blick auf die gesamte Schaffenszeit des Künstlers, der zwar 1696 in Venedig geboren wurde, aber schon zu Lebzeiten so bekannt und beliebt war, dass er auch z.B. in Würzburg die Residenz, das Bischofspalais, ausgestaltete und am Madrider Hof lebte und arbeitete, wo er auch 1770 starb.

Das Besondere an Tiepolo ist neben seiner Vielseitigkeit der Humor und die Ironie, die in allen Werken bei näherem Hinschauen „durchblitzt“. Neben eleganten Gemälden zu Mythologie und Geschichte, dramatischen religiösen Bildern und Fresken, waren eine umfangreiche Sammlung an Skizzen, Graphiken und Radierungen zu bewundern, die durch ihre flüchtige Strichführung und Darstellungsstrategien sehr modern wirken und wohl nachfolgende Künstler wie Francisco de Goya und sogar Surrealisten wie Salvatore Dali inspirierten.

Der Anlass dieser besonderen Ausstellung war, neben dem 250. Todesjahr, dass die Staatsgalerie mit über 150 Werken den wohl größten Schatz an Graphiken und Zeichnungen Tiepolos besitzt. Er gelangte auf verschlungenen Wegen über ein Stuttgarter Auktionshaus, das die Werke von einem Nachkommen des Künstlers, der mit einer Schwäbin verheiratet war, erhalten hatte, in die Sammlung der Staatsgalerie.

P.S.

 

Photo: Petra Sigmund

 

 

 

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